Für jedes Transportmittel ist der
Winter wohl die herausfordenste Zeit des Jahres. Das Auto kämpft mit dem
rutschigen Untergrund, die Bahn mit vereisten Weichen und auch in der Luftfahrt
führt die kalte nasse Jahreszeit immer wieder zu Problemen.
So ist es notwendig ein Flugzeug vor
dem Start vollständig von Eis und Schnee befreien (De-Icing) und anschließend
zuverlässig gegen Neuvereisung zu schützen (Anti-Icing). Hauptsächlich wird dies
durchgeführt, damit die Auftrieb erzeugenden Bereiche wie die Flügel und die
Steuerflächen ihre Funktion erfüllen können. Denn nur eine aerodynamisch sauber
umströmte Kontur kann den für den Flugbetrieb nötigen Auftrieb bei gleichzeitig
niedrigem Luftwiderstand erzeugen. Im Winter kann jedoch Schneefall,
unterkühlter Regen und Frost zu einem bis zu 20 Millimeter dicken Eispanzer, dem
sogenannten Klareis, auf dem Flugzeug führen. Diese Eisschicht verringert den
Auftrieb und führt zu einem höheren Luftwiderstand. Neben den aerodynamschen
Beeinträchtigungen kann auch allein die Masse des Klareises zu einem Problem
werden. Der verringerte Auftrieb und die höhere Startmasse des Flugzeuges können
die benötigte Startstrecke zum Teil deutlich verlängern.
Doch das Eis kann auch physikalische
Beschädigungen an der Maschine hervorrufen. Sich ablösende Eisplatten können
Ruder und Triebwerke beschädigen und nicht vollständig enteiste Propeller laufen
Gefahr, aufgrund von Unwucht und den daraus resultierenden Vibrationen zerstört
zu werden. Nicht zuletzt besteht die Möglichkeit von Falschanzeigen der
Bordinstrumente aufgrund vereister Höhenmesser und Pitotsonden.
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