Memmingen/Berlin
Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft, Air Berlin, baut ihr
Streckennetz weiter aus. Am Dienstag gab das Bundeskartellamt grünes
Licht für eine deutlich abgespeckte Kooperation des Unternehmens mit
dem Reisekonzern TUI. Zu Beginn des Winterflugplans am 25. Oktober
übernimmt Air Berlin die europäischen Städteverbindungen der TUITochter
Tuifly. Betroffen davon sind insgesamt 117 Strecken, darunter 55 nach
Italien und sieben innerdeutsche Verbindungen.
Auch
am Allgäu Airport in Memmingen werden dann die Auswirkungen des
Übernahme-Deals zu spüren sein. Tuifly will zwar nach Aussage von
Unternehmens-Sprecher Herbert Euler weiterhin Flüge zu touristischen
Zielen anbieten. Derzeit liefen aber noch Verhandlungen darüber, welche
Ziele tatsächlich im Programm blieben.
Auch
bei Air Berlin prüft man noch, welche Städteverbindungen weiterhin
angeboten werden sollen. Im Gespräch mit unserer Zeitung versicherte
Unternehmenssprecher Hans-Christoph Noack, dass die Verbindung nach
Berlin auf jeden Fall erhalten bleibe. „Auch für die Flüge nach Köln
und Hamburg sieht es nicht schlecht aus“, sagte Noack.
Wer
bereits einen Flug für die Zeit nach dem 25. Oktober gebucht hat, könne
sich darauf verlassen, auch befördert zu werden: „Die betroffenen
Kunden werden von uns in Kürze angeschrieben und über eventuelle
Ersatzbeförderungen informiert“, sagt der Unternehmenssprecher.
Buchungen für alle angebotenen Strecken seien weiter möglich – wie
bisher über Tuifly, voraussichtlich ab Ende September auch über Air
Berlin.
Kartellamt machte einen Strich durch Beteiligungspläne
Ursprünglich
planten die Unternehmen eine viel weitergehende Zusammenarbeit. Nachdem
das Kartellamt Bedenken gegen eine Überkreuzbeteiligung von 19,9
Prozent angemeldet hatte, ist nun eine einseitige Beteiligung der TUI
an Air Berlin von 9,9 Prozent geplant. 33,5 Millionen Euro würde das
entsprechende Aktienpaket kosten. Für das Vorhaben steht die endgültige
Genehmigung des Kartellamts noch aus. Kommt es nicht dazu, will TUI
nach eigenen Angaben einen Ausgleichsbetrag von 15 Millionen Euro an
Air Berlin zahlen.
Das
Geschäft mit den hart umkämpften Städteverbindungen bescherte TUI
zuletzt Verluste. Bei den Ferienfliegern sind die Risiken geringer.
Nach dem Rückzug eines Wettbewerbers rechnen Experten damit, dass es
künftig weniger Billigtickets geben könnte.







