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Zweite Airline nimmt Allgäu Airport in Flugplan auf

LUFTVERKEHR Mehr Linienflüge durch Stationierung eines Germania-Jets

Memmingen l jan l Der Flughafen in Memmingen startet durch: Mit Beginn des Winterflugplans nimmt die deutsche Fluggesellschaft Germania den Airport in ihr Streckennetz auf und stationiert eine Linienmaschine im Allgäu. Die Airline Tuifly, die seit über einem Jahr von Memmingen aus abhebt, hat auf diese Konkurrenz bereits reagiert und wird ihr Angebot unter anderem mit Flügen nach Israel ausweiten. Inwieweit dieser Höhenflug des noch jungen Flughafens weitere Investitionen in die Infrastruktur erfordert, könne die private Betreibergesellschaft noch nicht absehen, erklärt Geschäftsführer Ralf Schmid. Tuifly bietet seit dem Betriebsstart Mitte 2007 eine ganze Reihe von innerdeutschen und internationalen Verbindungen an. Viele sind gut gebucht, eine Verbindung nach Venedig wurde aber beispielsweise wieder eingestellt. Vor wenigen Tagen kündigte die Airline, die heuer von und nach Memmingen voraussichtlich etwa 400 000 Passagiere transportieren wird, eine Angebotserweiterung um die Ziele Tel Aviv, Palermo und Catania an. Mit dieser Erweiterung will Tuifly dagegen halten, wenn ihr ab Herbst Konkurrenz erwächst. Die Germania wird von Memmingen aus nach Düsseldorf, Berlin, Mallorca und Catania fliegen. Flugzeuge der Germania flogen schon in den vergangenen Monaten Memmingen an – und zwar im Auftrag der Tuifly für deren Linienangebot. Jetzt wolle die Airline allerdings wieder verstärkt als eigene Marke auftreten, so Direktor Lutz Tilgner. Unterm Strich fliegen jetzt Germania und Tuifly zum Teil die selben Flugziele an.

Keine Zusagen

Die Germania kommt ohne Allgäuer Zusagen auf eine Marketingunterstützung. Mit Tuifly war ein über mehrere Jahre verteilter Millionenvertrag für Werbung abgeschlossen worden. Das Abfertigungs-Terminal am Allgäu-Airport sei auf maximal 600 000 Passagiere pro Jahr ausgelegt, hatte zuletzt die Flughafengesellschaft selbst erklärt. Germania will sich derzeit laut Schmid noch nicht auf ein Fluggast-Potential festlegen. Daher könne man nicht absehen, ob das schnelle Wachstum des Flughafens weitere größere Investitionen erfordere. Mit kleineren Erweiterungen, wie zum Beispiel ein zweites Laufband für Gepäck im Ankunftsbereich, wurde bereits begonnen. Nichts mit den Fluggastzahlen oder der Größe der Linienmaschinen zu tun haben Pläne, die 30 Meter breite Landebahn um 15 Meter auszudehnen. Internationale Flughäfen müssen eine mindestens 45 Meter breite Piste haben und Memmingen durfte vor einem Jahr lediglich mit einer Ausnahmegenehmigung in diesem Zusammenhang starten. Der stellvertretende Oberallgäuer Landrat Anton Klotz fragte vor wenigen Tagen Bayerns Wirtschaftsministerin Emilia Müller, ob der Freistaat diese notwendige Investition über einen bereits zugesagten Zuschuss in Höhe von 7,5 Millionen Euro hinaus fördern wird. Müller wollte sich allerdings hierzu nicht festlegen.

Vermutlich neue Beleuchtung

Nach Angaben des Flughafens wird die Landebahnverbreiterung vermutlich mit einer Erneuerung der Flughafenbefeuerung verbunden werden. Die jetzige Beleuchtung stammt noch vom früheren Bundeswehrflugplatz und entspricht auch nicht dem neuesten Stand. Wie viele Millionen der Flughafen für solche Maßnahmen ausgeben muss, ist laut Schmid noch nicht exakt ermittelt.

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