Senkrechtstarter Allgäu Airport

Bilanz der ersten 100 Tage - Lob von allen Seiten

Memmingen.
Er ist nicht nur Deutschlands jüngster und höchst gelegener Verkehrsflughafen, sondern auch einer der zuverlässigsten: Der Allgäu Airport Memmingen, so eine Bilanz der ersten 100 Tage, bekommt allerorten beste Kritiken. Fluggäste loben die kurzen Wege und Abfertigungszeiten, das günstige Parken und die attraktiven Verbindungen. Die Fluggesellschaft TUIfly, bald mit zwei Maschinen auf dem Allgäu Airport vertreten, zeigt sich erfreut über das Passagieraufkommen und kürte ihn bereits zum pünktlichsten Flughafen ihres gesamten Streckennetzes. Über 80.000 Fluggäste konnten in den ersten 100 Tagen auf dem Rollfeld mit Alpenblick begrüßt werden. Somit werden die ursprünglich für 2007 erwarteten Passagierzahlen von 100.000 deutlich übertroffen..  

Auch Allgäu Airport Geschäftsführer Ralf Schmid verweist auf den erfolgreich verlaufenen Beginn einer neuen Ära: „Der Allgäu Airport ist ein echter Senkrechtstarter.“ Vom ersten Tag an sei das Interesse am Airport ungemein groß. „Auf diesen Flughafen hat die Region gewartet,“ betont Schmid. Ein kurzer Spaziergang über die Parkplätze zeige zudem, dass das Einzugsgebiet bis München, nach Baden Württemberg und ins benachbarte Österreich reiche. Zufrieden ist Schmid auch mit dem Gästemix: „Da sitzt der Manager neben der Studentin, da sind Sonnenurlauber auf dem Weg in die Türkei und Kunstfreunde, die Italien einen Besuch abstatten“.  

Hervorragend angenommen wurden, das bestätigt auch TUIfly, die beiden innerdeutschen Verbindungen nach Berlin und Hamburg. Allein im September wurden auf der Strecke Memmingen-Berlin 12.000 Passagiere befördert. Bei den internationalen Zielen hat Mallorca als Urlaubsdestination die Nase vorn. Aber auch Venedig, Neapel, Antalya und die Insel Kreta liegen bestens im Rennen. Der Monat September bescherte eine Spitzenauslastung der Maschinen von über 85 Prozent. Steht schon im ersten Absatz, somit doppelt!   Zum weiteren Gästeanstieg trägt natürlich auch die zweite Boeing 737 bei, die ab 28. Oktober auf dem Allgäu Airport stationiert wird. Sie erweitert das Reiseangebot um die Ziele Köln/Bonn (einmal täglich außer Samstags), Rom (dreimal wöchentlich), Fuerteventura und Las Palmas auf Gran Canaria (einmal wöchentlich). Außerdem wird der bereits bestehende Hamburg-Flug gerade für Geschäftsreisende noch attraktiver, da er nun als Tagesrandverbindung – 6.50 Uhr Abflug nach Hamburg, 21.40 Uhr wieder Ankunft in Memmingen – angeboten wird.  

Die große Nachfrage zeigte bereits erste Folgen: im Moment wird die Zahl der Parkplätze auf nunmehr 2.000 verdoppelt. Auf Grund der Bauarbeiten ist das Parken vorerst kostenfrei. Danach werden moderate Gebühren erhoben. Das Be- und Entladen vor dem Terminal ist weiterhin kostenfrei. Auf dem Langzeitparkplatz beträgt die Gebühr bis zu acht Tagen 15 Euro, jede weitere Woche kostet zehn Euro. Auf dem Kurzzeitparkplatz in unmittelbarer Terminalnähe werden fünf Euro für maximal 24 Stunden Parken erhoben. „Kostengünstiges Parken bleibt weiterhin eines der vielen Argumente, die für uns sprechen“, betont Ralf Schmid. Gut eingespielt habe sich auch das Angebot an Transferbussen und Mietwagen sowie der Linienbusverkehr zwischen dem Flughafen und dem Memminger Bahnhof.  

Ausgebaut hat der Allgäu Ariport auch sein Angebot im Passagierterminal. So kann man dort seit kurzem bei unserem Partner Reisebüro Berchthold sofort vor Ort die passende Reise buchen. Weitere Reisebüros folgen in Kürze, so dass ein attraktiver Reisemarkt entsteht. Souvenirs, Geschenke oder Reiseproviant liefert der neue Travel Value Shop. Gut angenommen wurden auch der neue Biergarten sowie der Kinderspielplatz. Zwei Bistros versorgen Fluggäste und ihre Begleiter vor und hinter den Sicherheitsschleusen mit Speisen und Getränken regionaler Anbieter.  
Für den kommenden Winter rechnen die Verantwortlichen des Allgäu Airports mit noch mehr Urlaubsgästen, die das neue Flugangebot ins Allgäu nutzen. Bisher liegt ihr Anteil bei über 30 Prozent. Gerade für Wintersportler werde nun ein Kurztrip auf die Skipisten des Allgäus zur einer echten Alternative. Mit den Flügen ab Köln/Bonn, Hamburg und Berlin erschließe man drei Ballungsräume mit einem großen Potential an Skifahrern, betont Allgäu Airport Geschäftsführer Ralf Schmid.  

Erst vor kurzem ernteten die Allgäuer Flugpioniere bei der offiziellen Eröffnung des Airports einhelliges Lob: Andernorts werde man um solche Unternehmer beneidet, sagte Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller als Festredner. Eine kleine Schar Allgäuer Firmenchefs um die beiden Initiatoren Wolfgang E. Schultz und Gerhard Pfeifer habe nach der Auflösung des Fliegerhorstes Memmingerberg die Chance ergriffen, daraus einen zivilen Verkehrsflughafen zu machen. Oberallgäus Landrat Gebhard Kaiser, als Chef der Allgäu Initiative einer der Motoren des Flughafens auf politischer Ebene, attestierte den Unternehmern: „Politiker hätten das nicht geschafft.“ Heute tragen 43 mittelständische Firmen als Gesellschafter den Flughafen, mit dem direkt und indirekt bereits 320 Arbeitsplätze entstanden sind.

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